Wo kommt echtes Wissen her? Senioren auf der Suche.

„Männer weisen ganz offensichtlich eine höhere Konzentration des Angiotensin-Converting-Enzyms 2 (ACE2) auf. Die höhere Sterblichkeitsrate der Männer soll darauf zurück zu führen sein“, so besagt es ein Artikel im Wissenschafts-Magazin „Spektrum“. Die bloße Information aus dem Magazin wirft Fragen auf. Was ist ein Angiotensin-Converting-Enzym? Warum soll es die männliche Sterblichkeit erhöhen? Internetversierte User lösen das Problem im Netz durch weiteres Suchen auf journalistischen Plattformen. Sie wissen die Information als sachlich oder populär aufgrund der zugeordneten Quelle einzuschätzen. Doch was tun all jene, die im Umgang mit dem Netz unerfahren sind, die selten oder gar nicht im Internet unterwegs sind? Senioren beispielsweise. Wie schaffen Sie sich eine Informationsgrundlage, auf deren Basis sie ein Gefühl, eine Haltung und daraus abgeleitete Handlungen gegenüber dem Virus entwickeln können? Wie erklären sie sich wissenschaftliche Begriffe wie Reproduktionszeit oder Sterblichkeit und gelangen zu einer Einordnung?

„Mir ist zu Beginn der Corona Zeit sehr schnell aufgefallen, dass es kaum „Übersetzer“ gibt, Menschen, die in der Lage sind mit Informationen weder polemisch, noch reißerisch umzugehen.“ Heike Heller, Fotografin

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Heike Heller ist hauptberuflich Fotografin und Producerin für Fotoshootings der GQ Germany, des ALPS Magazin, Country Magazins, der Cosmopolitan, des BMW oder fivetonine Magazin. Zuletzt beriet sie außerdem diverse Werbeagenturen als CvD oder Visual Consultant. Ehrenamtlich hat sie nun eine Facebook-Seite für Senioren aufgebaut, um Ihnen Werkzeuge an die Hand zu geben, nicht in die Fallen der „Fake-News“ zu tappen und sich selbst informieren und vernetzen zu können.

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Die Gruppe im Landkreis Ebersberg bei München wächst langsam, da die Betroffenengruppe nicht so digital lebt wie andere soziale Gruppen.

„Ich will niemand bewusst entmutigen. Ich will nur aufzeigen, dass wir alle gemeinsam in einem Boot sitzen. Ich will aufzeigen, dass es nötig ist, dass wir gemeinsam denken, handeln, Verständnis zeigen und uns kümmern.“

Heike Heller zeigt in ihrer Gruppe zudem auf, dass es von vielen Seiten bereits großes Engagement gibt. Die Gastronomie ist rührig, Nachbarschaftshilfe ist groß, die Tafeln exisitieren. Ein Bereich in der Gruppe bringt zudem gezielt Hilfesuchende und Helfer zusammen.

 

„Fürchtet euch nicht!“, sagte der Papst noch vor Ostern – was bedeutet, wir fürchten uns. Vor ziemlich vielem.“

 

Da die Entwicklungen stark dynamisch sind, ändert sich auch das Angebot in der Gruppe beständig. Die Kirchen sind wieder geöffnet, virtuelle Streaming-Angebote für Gottesdienste nicht mehr von Nöten. Die Öffnungszeiten der Geschäfte waren anfangs relevant, inwischen ist die Information, wann Einkaufen in den stets geöffneten Läden sinnvoll ist und unter welchen hygienischen sowie sozialen Voraussetzungen. Die kleine Community wird lebendig, mit steigender Beweglichkeit wird die Gruppe noch agiler, hofft Heike Heller. Geplant ist die Gruppe langfristig als Instrument für Senioren.

Ich persönlich bin ausgeglichen im Fürchten und Nicht-Fürchten.

 

 

Sinnvolles Tun gegen Emotionen und beständige Kopfarbeit und Informationseinordnung ist zudem eine Lösung. In den ersten Wochen der Corona-Zeit hat Heike Heller einen Kuhstall gereinigt und sich ein Refugium für Ihre Arbeit geschaffen.

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Die Fotografien auf dieser Seite stammen nicht von Heike Heller, sondern dem Fotografen Dominik von der Gönna, der dieses Projekt begleitet.