22. März 2020 Schnee auf rosa Blüten und krank

Auf den matten himbeerfarbenen Blüten liegt Schnee. Auf meinem Hals eine Entzündung, auf mir Mattigkeit. Fieber am Sonntag tut nicht weh. Die Frage ist aktuell aber? Sollte ich testen gehen? Genug Personen in meinem Dunstkreis haben Grippe/Corona-Symptome und wer von meinen Sportlerfreunden war in den Faschingsferien nicht Ski fahren? Verantwortung sagt ja. Hotlines nein. Ich nutze die Zeit für das Zusammenfassen der handschriftlichen Notizen in den Blog.

Auch das Anna in Augsburg hat seine Glastüren seit Samstag morgen geschlossen.

Freiheit für Flieger

Die Kinder bauen Flieger auf Yogamatten im Garten. Wenn es regnet, finden sich Bücher und Magnetspiele. Wir basteln Wollbälle und die erste Beschwerde, dass die Haus-Pilates-Stunde heute ausfällt, erklingt. Der Hase zieht um und Höhlen bauen sich um Tische, während ich Interviewpartner anfrage. Ich telefoniere meine Freundinnen ab und schlafe zwischendrin ein. Im Kopf ein ständiges Rumoren. Morgen Arzt oder doch die Hotline?

Freude vertröpfelt

Die gemeinsamen Aktionen wie Klatschen für die Einsatzkräfte und das Musizieren liegen noch in den engagierten Händen einzelner. Die Not belagert akut den italienischen Stiefel und die individuelle Einsamkeit ist nicht groß genug. Die „Freude schöner Götterfunken“ aus Klarinetten und Geigen verhallt demnach um 18 Uhr schluckweise in der Trabantenvorstadt. Nächste Woche sind unsere Celli am Start und auch unsere Not nach Zweisamkeit sicher größer.

Soziale Restriktionen

Die Bundesländer werden sich nicht sofort einig, aber klare Regelungen zum Ausgang werden in der Videokonferenz am Abend dennoch gefunden. Ab sofort gelten auch außerhalb Bayerns striktere Einschränkungen bei sozialen Kontakten. Für Frau Merkel sind diese nicht mehr gültig. Sie ist ab sofort in Quarantäne.

Meine Handlungslinie ist immer noch nicht klar. Der Arzt wird es morgen klären.